
Kleine PlanungskundeEine Gartenanlage erscheint gelungen oder nicht. Warum dies so ist, kann der Gartenbetrachter oft nicht genau bestimmen. Ein „Gefühl“ sagt ihm, ob ein Garten, so wie er ihn wahrnimmt, in sich stimmig ist.
Dabei ist ein gelungener Garten kein Zufall. Ob wir ihn als schön oder missglückt empfinden, liegt vielmehr daran, ob die vier ästhetischen Ebenen einer Planung geglückt und gut aufeinander abgestimmt wurden.
Die erste Ebene einer Gartenanlage ist die Frage nach den Elementen, den Bestandteilen eines Gartens. Damit wird die Frage geklärt, was sich die Bewohner eines Gartens wünschen: Eine Terrasse, ein Wasserspiel, ein Sandkasten oder Klettergerüst für die Kinder? Erst wenn geklärt ist, welche baulichen Elemente, wie Sitzplätze, Wege oder Mauern, welche pflanzlichen Elemente, nämlich Hecken, Rasen und Beete und welche kombinierten Anlagen, wie zum Beispiel Teichanlagen, in einem Garten enthalten sein sollen, geht es an die zweite Planungsebene.
In der zweiten Planungsebene wird die Raumaufteilung festgelegt. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt: Das Grundstück wird aufgeteilt, und die einzelnen Elemente müssen in harmonischem Proportionen zueinander stehen. Und noch mehr: Ist die Wegführung misslungen, entstehen Trampelpfade, ungeeignete Sitzplätze verwaisen und werden nicht genutzt. Eine gelungene Raumaufteilung hingegen fällt nicht auf. Alles scheint am richtigen Platz zu sein und seine Funktion zu erfüllen.
In der dritten Ebene legt man die Formen fest. Die Formen in einem Garten sollten genau herausgearbeitet werden. Grundlegende Frage hierbei ist: Gerade oder geschwungen? Am besten in beide Richtungen denken und sich dann erst entscheiden.
In der vierten Ebene geht es an die Auswahl des Materials. Das Material bestimmt mit seiner Ausstrahlung und Oberfläche den Charakter des Gartens entscheidend mit. So kann das Material einer Pergola, zum Beispiel Edelstahl oder Holz, den Charakter eines Gartens entscheidend prägen.
Bei der Planung eines Gartens sollten die vier Ebenen gut durchdacht werden. Wichtig ist aber auch die ihre Abstimmung aufeinander. Erdige Farben und die Verwendung von Holz passen gut zu rustikalen Elementen. Eine gerade Formensprache lässt sich gut mit kühlen Materialien und klaren Linien kombinieren. Stilbrüche können äußerst reizvoll sein. Ob sie gelingen, ist allerdings riskant. Hier sollte man auf einen erfahrenen Gestalter zurückgreifen.
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