Kleine Rosengeschichte

Vom Blütenrausch zum Mythos

Die ersten Rosen wuchsen bereits 3000 Jahre v. Chr. in chinesischen Gärten. Sie waren Zeichen für Wohlstand und Reichtum. Zur Zeit der römischen Kaiser (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.) war die Rose eines der höchsten Luxusgüter. Festmahle waren geradezu übersät von Rosenblüten. Gäste wurden in edlem Rosenöl gebadet, Rosenteppiche wurden gestreut und selbst in Weingläsern fand man schwimmende Rosenblätter. Die Vorliebe der Römer für die Rose, galt vor allem ihrem Duft.

Im 15. Jahrhundert wurde in den italienischen Renaissancegärten die Rose als Gartenschmuck entdeckt und man legte Rosengärten im großen Stil an. Bis Ende des 18. Jahrhunderts kannte man in Europa nur drei Rosenarten: Rosa gallica, eine duftende Strauchrose, Rosa phoenica, die Moschuskletterrose mit weißen, stark duftenden Blüten, die aus Kleinasien stammt und Rosa corymbifera, eine ungefüllte Hundsrose aus dem Nahen Osten.

 

Heute gibt es ein umfangreiches Sortiment an Rosen, die Zahl liegt bei weit mehr als 35000 Sorten. Rosen in Beeten, Töpfen und im Strauß. Unendliche Züchtungen, viele Farben, interessante Düfte. Die Rose ist zweifellos einer der schönsten Blumen und sicherlich auch die beliebteste. Üppige Rosengärten stellen immer noch einen gewissen Luxus dar. Denn Rosen sind nicht gerade pflegeleicht. Im Vergleich mit anderen Pflanzen, benötigen sie schon etwas mehr Aufmerksamkeit und Pflege. Dafür wird man aber großzügig entschädigt, und zwar mit traumhaft schönen Blüten und betörenden Düften.

 

 

Ausdruck von Schönheit und Sinnbild der Liebe

 

In der Antike wurde die Rose mit dem Totenkult verbunden. Sie verkörperten die Wiedergeburt. Für die Römer war sie die Blume der Venus, der Göttin der Schönheit und der Liebe. In ihren Gärten gab es einen eigens den Rosen gewidmeten Bereich, das ’Rosarium’. Nach dem Untergang des Römischen Reiches ging auch die große Zeit der Rosen zu Ende. Denn das aufkommende Christentum lehnte die Rose als heidnisches Symbol ab.

Doch die Liebe zu dieser Blume war stärker, und der Kult blieb bestehen und ist bis zum heutigen Tag ungebrochen.

In allen Kulturkreisen hat die Rose eine mythologisch-symbolische Stellung. Wie keine andere Pflanze ist sie Gegenstand von unzähligen Legenden, Sagen und Mythen. Eine rote Rose mit Dornen ist wegen der Kombination der Farbe Rot und der Dornen ein außergewöhnliches Symbol. Denn sie spricht von leidenschaftlicher Liebe und damit ist sie eines der ausdrucksstärksten Symbole, die es im Kreis der Blumen überhaupt gibt.

 

Autorin: Andrea Christmann

Gartenarchitektin . Autorin

andrea_christmann@t-online.de


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