
Marienkäfer - Glück für jeden Garten
Blattläuse über Blattläuse! Dieses Jahr stöhnen besonders viele Pflanzenfreunde über die gierigen Sauger. Marienkäfer sind daher auf jeden Fall Glücksbringer für jeden Garten: mit ihrem starkem Appetit auf Blattläuse sind sie wichtige Helfer bei der Bekämpfung dieser Schädlinge.
Gesunder Appetit 100 bis 150 Blattläuse verzehrt ein Marienkäfer pro Tag, seine Larve immerhin 400 bis 600 Stück in den drei Wochen bis zu seiner Verpuppung. Während eines Sommers können die Nachfahren eines Marienkäfers bis zu 100.000 Läuse verspeisen.
Wer auf diese Helfer nicht verzichten will, sollte besser auf die Giftspritze verzichten. Mit dem Einsatz chemischer Mittel werden die Marienkäfer gleich zweifach gefährdet: entweder werden sie selbst Opfer des Gifteinsatzes oder leiden am Entzug ihrer Nahrungsgrundlage. Wenn die Blattlausplage trotz der hungrigen Käfer zu groß bleibt, kann mit natürlichen Spritzmitteln nachgeholfen werden. Rhabarber- und Rainfarnbrühe hilft z.B. gegen Läuse.
Bittere Angelegenheit Über einen bitteren Wermutstropfen verfügen die niedlichen Käfer dennoch, zumindest aus Sicht von Vögeln und Ameisen. Vögel verschmähen den roten Krabbler wegen seines bitteren Geschmacks. Ameisen werden von dem gelben Sekret, das der Marienkäfer bei Gefahr ausscheidet und das für Ameisen giftig ist, wirkungsvoll in die Flucht geschlagen.
Kinderstube Im Frühling werden die gelben Eier an der Unterseite von Blättern abgelegt. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Larven. Diese sind erst schwarz, werden dann nach einigen Häutungen grau mit gelben oder orangen Punkten. Erst wenn sich die Larven ausreichend satt gegessen haben, verpuppen sie sich. Die Käfer erhalten ihre endgültige Farbe erste einige Stunden nach dem Aushärten der Flügeldecken.
Käfer nicht gleich Käfer Allein in Deutschland sind bis zu 80 verschiedene Arten der Marienkäfer bekannt, in den Farben rot, schwarz gelb. Allerdings hat die Anzahl der Punkte auf den Flügeldeckeln nichts mit dem Alter der Käfer zu tun. Diese bleibt ein ganzes Käferleben lang gleich. In Deutschland ist der Siebenpunkt die am weitesten verbreitete Art.
Von Maria geschickt, sei der hilfreiche Käfer, so glaubte man früher. In ihrem Auftrag sollte er den Menschen bei der Schädlingsbekämpfung helfen. Marienkäfer sollten Kinder beschützen und Kranke heilen. Auch wenn sich dieser Glaube nicht gehalten hat, so erfreut sich der Käfer allgemeiner Beliebtheit: Vom Kuratorium „Insekt des Jahres“ wurde er zum „Insekt des Jahres 2006“ gekürt.
Foto: JPW.Peters/PIXELIO`
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