Microgreen: Gemüse – leicht zu ziehen, schnell ernten

Möchtest du Gemüse anbauen, hast aber keinen grünen Daumen? Dann säe Gemüse an, das leicht wächst und das du schnell ernten kannst.

Geht es dir nicht auch so? Im Spätwinter habe ich genug von grauem Winterwetter. Ich sehne den Frühling herbei, es soll endlich grün werden, draußen! Da das nicht so schnell klappt, beginnt der Frühling bei mir auf dem Fensterbrett.

Ein Problem kennen aber alle, die Gemüse oder Blumen auf der Fensterbank vorziehen: Voller Ungeduld beginnt man zu früh mit der Aussaat oder man hat nicht den idealen Platz für die Keimlinge. Die Folge sind häufig zu dünne Keimlinge. Wenn die kleinen Pflänzchen zu dünne Stängel haben und zu schnell in die Höhe schießen, spricht man vom Vergeilen. Oft sind diese Keimlinge nicht zu gebrauchen oder entwickeln sich zu schwachen Pflanzen.

Wenn du beim Anbau von Gemüse auf dem Fensterbrett lieber Lust statt Frust haben möchtest, empfehle ich dir, Microgreens anzubauen.

Microgreens – was ist das?

Salopp übersetzt sind Microgreens nichts anderes als kleines Grünzeug. Denn Microgreens sind Pflänzchen, die bereits geerntet werden, wenn sie zwei bis drei Blattpaare gebildet haben. Sie werden auf Erde oder einem Substrat ausgesät und dürfen zwischen einer und drei Wochen wachsen, bevor sie in der Salatschüssel oder einem Quark landen.

Unterschied zwischen Microgreens und Sprossen

Sowohl Sprossen als auch Microgreens sind sehr gesund. Beide enthalten viele Vitamine, ungesättigte Fettsäuren und sind außerdem kalorienarm.

Sprossen sind gekeimte Samen, die erste Blättchen entwickeln. Im Gegensatz zu Microgreens werden sie nicht in Erde gezogen. Der Samen wird entweder in spezielle Sprossengräser gegeben oder einfach in ein leeres Glas. Das Saatgut muss regelmäßig mit Wasser gespült und das Wasser wieder abgegossen werden. Nach einigen Tagen keimen die Samen und können dann nach wenigen Tagen verzehrt werden.
Vorteil der Sprossen ist, dass sie sehr schnell keimen und du sie schon nach kurzer Zeit verzehren kannst. Der Nachteil von Sprossen ist, dass sie mit Keimen belastet sein können. Du solltest sie daher vor dem Verzehr waschen. Besonders empfindliche Personen, wie ältere Menschen, Kinder, Menschen mit geschwächter Immunabwehr sollten Sprossen vor dem Essen ausreichend erhitzen.
Hier findest du eine genaue Anleitung zum Ziehen von Sprossen.

Microgreens werden in Erde oder einem anderen Substrat angebaut. Sie werden frühestens geerntet, wenn sie mindestens zwei Blattpaare gebildet haben. Oft werden sie geerntet, wenn sie bereits etwas größer sind.
Ein Vorteil von Microgreens ist, dass sie viel mehr Nährstoffe haben als ausgewachsenes Gemüse. Sie enthalten vor allem die Vitamine C, B6, E und K sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Wie viel Nährstoffe die jeweiligen Microgreens enthalten, unterscheidet sich natürlich von der Gemüseart. Da Microgreens sehr intensiv im Geschmack sind, kann man allerdings nicht so viel von ihnen essen, so dass sich von Microgreens der tägliche Nährstoffbedarf nicht decken lässt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass du die kleinen Pflänzchen immer knackig frisch ernten und verzehren kannst.

Welches Gemüse kann als Microgreens gezogen werden?

Prinzipiell sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Sehr beliebt sind, Amaranth, Basilikum, Broccoli, Chia, Dill, Erbsen, Grünkohl, Kresse, Mangold, Minze, Quinoa, Radieschen, Rettich, Rote Bete, Rotkohl, Rucola, Senfkörner, Sonnenblumen.

Microgreens anbauen: Eine Anleitung

Um Microgreens anzubauen, brauchst du

  • Samen von Gemüse, das du als Microgreens ziehen möchtest
  • Blumenerde, oder Anzuchterde
  • Eine Schale mit Abdeckhaube oder eine durchsichtige Folie zur Abdeckung
  • Wasser

Und so geht es:

  • Fülle etwas Erde in die Schale und feuchte die Erde gut an. Sie sollte aber nicht zu nass sein.

  • Verteile die Samen gleichmäßig auf der Erde. Die Samen sollten so dicht ausgesät werden, so dass sie sich fast berühren. Lichtkeimer musst du nur fest auf die Erde drücken. Dunkelkeimer solltest du mit einer Erdschicht bedecken.

  • Bedecke die Schale für zwei bis vier Tage mit Folie und stelle sie an einen hellen und warmen Platz. Sobald die Samen keimen, kannst du die Abdeckung abnehmen.

  • Achte darauf, dass die Erde nicht austrocknet und gieße im Bedarfsfall. Wenn die Saatschale unten Löcher hat, kannst du sie ins Wasser stellen und warten, bis sich die Erde vollsaugt. So vermeidest du, dass Schimmel entsteht. Ansonsten verwende am besten eine Sprühflasche.

  • Je nach Gemüseart kannst du die Keimlinge ab dem 10. Tag ernten. Die Keimlinge sollten mindestens zwei Blattpaare haben. Schneide die Keimlinge direkt oberhalb der Erde ab.

Wie Microgreens in der Küche verwenden?

Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wie du Microgreens verwenden möchtest: Einfach auf´s Butterbrot, zum Verfeinern von Rühreiern, Salaten, Suppen oder Quark, zum Dekorieren von Fleischspeisen, für Smoothies…

Nur an eine Regel solltest du dich halten. Verzehre Microgreens immer roh, denn beim Kochen gehen die Nährstoffe schnell verloren.

Bildnachweis:
Rote Keimlinge, Foto von Kai Reschke

Erbsen, Foto von Liza Golyarchuk

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