Garten-Wolfsmilch – schnell wachsendes Beikraut, das die Haut reizt

Die Garten-Wolfsmilch verbreitet sich schnell im Garten, wenn du sie nicht aufhältst.

Die Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus) wurde von Carl von Linne erstmals 1753 beschrieben. Die einjährige Pflanze zählt zur Familie der Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse), die über 6000 Arten umfasst. Der Gattungsname geht wahrscheinlich auf Euphorbos, den Leibarzt von König Juba II. von Mauretanien, zurück. Dieser soll im 1. Jh. v. Chr. mit dem Milchsaft einer Euphorbia-Art Patienten behandelt haben. Das Artepitheton peplus leitet sich vom griechischen peplos (gewebtes Tuch, Überkleid) ab und bezieht sich auf die becherförmige Hülle aus Hochblättern (das sogenannte Cyathium), die bei Wolfsmilchgewächsen anstelle echter Blütenblätter eine "Scheinblüte" bildet.

Standort und Boden

Die Garten-Wolfsmilch ist nicht wählerisch, was ihren Standort angeht. Man findet sie in Gärten, - dort in Gemüsebeeten. Blumenrabatten und Pflasterfugen, auf Äckern, Ruderalflächen, Schuttplätzen, Wegrändern und Gebüschsäumen und an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Ihre Größe passt sie ihrem Standort an. Auf mageren Böden bleibt sie klein. Wächst sie auf nährstoffreichen Böden kann sie bis zu 25 Zentimeter hoch werden und sich weit verzweigen.

Vermehrung

Die Garten-Wolfsmilch verbreitet sich ausschließlich über Samen. Damit sie sich schnell und reichlich vermehren kann, blüht sie mehrmals zwischen Juni und Herbst und produziert dadurch viele Samen. Diese verbreitet sie durch Wind, Wasser und Ameisen (Myrmekocherie).

Garten-Wolfsmilch jäten und vorbeugen

  • Da sich die Garten-Wolfsmilch so stark vermeht, ist sie eine ernst zu nehmende Konkurrentin für deine Kulturpflanzen. Wegen ihres giftigen Milchsafts sollte sie auch in Gärten, in denen kleine Kinder spielen, gejätet werden.

  • Wichtig ist es, die Pflanze vor der Samenreife zu jäten, um eine Aussaat zu verhindern.

  • Bei starkem Befall solltest du bereits im zeitigen Frühjahr den Boden hacken, bevor die erste Generation zur Blüte kommt. Anschließend ist eine regelmäßige Kontrolle den ganzen Sommer über zu empfehlen.

  • Entferne die Pflanze samt der Wurzel, da sie sonst wieder austreibt. Da die Garten-Wolfsmilch flach wurzelt, ist dies in der Regel leicht möglich.

  • Trage auf jeden Fall Handschuhe, da der Milchsaft zu Hautreizungen führen kann.

  • Pflanzen, die schon Samen tragen, solltest du nicht auf dem Kompost entsorgen, da die Samen in der Erde überdauern können.

  • Wasche nach der Gartenarbeit deine Hände gründlich und vermeide zuvor den Kontakt zu Augen und dem Gesicht.

Ökologischer Nutzen

Die Blüten der Garten-Wolfsmilch werden nicht von Insekten besucht. Nur für die einige Raupen, wie zum Beispiel die des Wolfsmilchschwärmers, dient sie als Futterpflanze.

Garten-Wolfsmilch in der Medizin

Der weiße Milchsaft von Euphorbia peplus enthält das Diterpen Ingenolmebutat. Der Milchsaft wurde in verschiedenen Volksmedizin-Traditionen zur Behandlung von Warzen und Hautveränderungen genutzt. Aus dem Milchsaft wurde das verschreibungspflichtige Krebsmedikament Picato® entwickelt, das ab 2012 zur Behandlung von aktinischer Keratose (einer Hautkrebsvorstufe) zugelassen war. Allerdings wurde 2020 wurde Picato® EU-weit vom Markt genommen, nachdem Studien ein erhöhtes Hautkrebsrisiko für bösartige Tumore unter der Anwendung selbst gezeigt hatten. Weitere Informationen findest du hier. Die englischen Trivialnamen "cancer weed" und "radium weed" spielen genau auf diese Doppelrolle der Pflanze an.

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